Allgemeines über die Azoren

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Lage der Azoren
Drei Inselgruppen (Grupo Oriental, Grupo Central, Grupo Ocidental) im Nord-Atlantik auf 36°43’ bis 39°56’ und 24°46’ bis 31°16’ mit einer Gesamtfläche von über 2'334 km2 (= ca. 2.5% von Portugal)

Insel

Fläche in km2

höchste Erhebung

ca. Anzahl Bewohner *

Hauptstadt/Ort

São Miguel

746.8

1103

137'699

Ponta Delgada

Pico

447

2351

14'144

Madalena

Terceira

381.96

1021

56'062

Angra do Heroismo

São Jorge

246

1053

8'989

Vela

Faial

173.4

1043

15'038

Horta

Flores

143.1

914

3'791

Santa Cruz das Flores

Santa Maria

97.5

587

5'547

Vila do Porto

Graciosa

62

404

4'393

Santa Cruz

Corvo

17.5

718

430

Vila Nova

* quelle: censo 2011

Bevölkerung
Insgesamt leben ca. 246'000 Azoreaner (und Teilzeitbewohner) auf den 9 bewohnbaren Inseln, der überwiegende Teil auf São Miguel, ca. 65'000 allein in Ponta Delgada und ca. 5600 Einwohner auf Santa Maria. Die Mehrheit ist katholischer Glaubensrichtung.

Geschichtliches: Entdeckung und Besiedlung
Das genaue Entdeckungsdatum ist nicht verbürgt, anhand Eintragungen in Genuesischen Seekarten des 14. Jahrhunderts wird angenommen, dass die Inseln schon zwischen 1317 und 1339 bekannt waren. Andererseits glaubte der Historiker Damião Peres, dass Diogo de Silves den Archipel im Jahre 1427 entdeckte. Im Jahre 2010 wurden verschiedene Kultstätten aus Vorchristlicher Zeit entdeckt, somit müssten die Geschichtsbücher umgeschrieben werden. Zur Zeit finden weitere Forschungen statt. Jedenfalls begann die Besiedelung der Inseln São Miguel und Santa Maria um 1439. In ihrer Geschichte spielten die Azoren eine wichtige Rolle in der Eroberung und Verteidigung der portugiesischen Kolonien in Afrika. Die Inseln waren Zwischenstation auf dem Weg von und nach Asien und Drehscheibe für die Expeditionen, die zur Erkundung Amerikas ausgesandt wurden. Während Portugal zwischen 1580 und 1640 unter spanische Herrschaft geriet, blieben die Azoren die letzte Bastion des Widerstandes. Während der beiden Weltkriege war der Archipel ein bedeutender Stützpunkt der Alliierten und ausserdem wichtiges Kommunikationszentrum.

Politischer Status
Nach der Revolution vom 25. April 1974, gewährte die Portugiesische Verfassung von 1976 den Azoren den Status einer Autonomen Region mit gesetzgebendem Parlament und eigener Regierung. Ponta Delgada auf São Miguel ist die Hauptstadt.

Landschaft
Die Landschaft der neun Inseln bietet alles Erdenkliche, vom höchsten Berg Portugals, dem Vulkan auf der Insel Pico, bis hin zur sanften, bisweilen steil abfallenden Küste. Hier die ruhigen Ebenen und gleich in ihrer Nachbarschaft die mächtigen Berge mit ihren erloschenen Vulkanen, in deren tiefen Kratern stille blaugrüne Seen liegen. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Allerdings bildet die Insel Santa Maria eine grosse Ausnahme mit ihren "weissen" Sandstränden, da die Insel vor einigen Millionen Jahren aus dem Meer gehoben wurde und somit Sedimentschichten Wind und Wellen ausgesetzt sind.
Die vulkanische Tätigkeit ist keineswegs zu Ende, dies beweisen die Fumarolen und Sulfattaren auf São Miguel. Zahlreiche Buchten bieten Schutz für Fischerboote, vorgelagert sind bizarre Felsinseln im Meer, Nistplatz vieler heimischer See- und Zugvögel.

Flora
Die Vegetation auf den Azoren besteht aus 56 endemischen Arten aber auch zahlreichen anderen Pflanzen, Blumen und Bäumen (über 800 Arten), die aus aller Welt auf die Azoren eingeführt wurden. Zu den endemischen Arten zählen unter anderem der Wacholder, die Baumheide, der Heidelbeerbaum und der Lorbeerbaum. Unter den Arten die importiert wurden findet man die Cryptomeria, Eukalyptus und die Akazie (welche vor allem als Nutzholz gebraucht werden). Überall gibt es prachtvolle Blumenbukets zu bewundern, am Strassenrand und auf den Feldrändern blühen Hortensien, Agapanten, Azaleen, Kamelien, Girlandenblumen, Belladonna-Lilien und Aronlilien etc..

Tierwelt
Zahlreiche Vogelarten leben auf den Azoren. Keine ist aber endemisch. Die meisten sind Zugvögel, die hier überwintern und an der Küste oder auf den Felseninseln nisten. Unter den vielen Vogelarten findet man den Mäusebussard, den Girlitz, das Rotkehlchen, den Buchfink, die Gebirgsstelze, die Amsel und die Mönchsgrasmücke. Zu den Seltenheiten zählt der Pyrrhula murina, eine Art der Gimpel-Familie, die um den Pico da Vara im Nordosten von São Miguel lebt.
Das einzige endemische Säugetier der Azoren ist der Azoren-Abendsegler (Nyctalus azoreum). Diese Fledermaus wird nur ca. 6 cm gross und ist auf 7 Inseln heimisch (ausgenommen Flores, Corvo und Formigas).
Wildlebende Tiere sind Kaninchen, Frettchen und Igel, es gibt keine Füchse, Dachse und Rotwild. Oft zu sehen ist der “Cão de fila” (azoreanischer Viehhund). In den Seen gibt es viele Fischarten wie z.B. Forellen, Hechte, Karpfen, Barsche etc. Im glasklaren Meer rund um die Inseln tummeln sich Wale, Delphine, verschiedene Thunfischarten, Küstenfische und vieles mehr.

Klima
Wegen ihrer geographischen Lage sind die Inseln für Europa wetterbestimmend. Das berühmte Azorenhoch entsteht durch Luftmassen, die in der Äquatorregion erwärmt werden und aufsteigen, dabei jedoch abkühlen und in Breiten wie denen der Azoren wieder sinken. Der Golfstrom sichert ein ausgeglichenes Klima. Im Januar bewegen sich die Temperaturen je nach Insel zwischen ca. 12 - 18 Grad, im August wird es bis zu 28 Grad warm. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 75 und 90%. In den Wintermonaten regnet es oft aber meistens nur kurz. Zudem windet es häufig und stärker, des öfteren ziehen Herbst- und Winterstürme vorbei.

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